Neu im Kino: Melancholia

Einmal mehr war Lars von Trier in diesem Jahr in den Schlagzeilen. Allerdings waren diese eher negativer Art: bei den Filmfestspielen in Cannes hatte sich der skandalumwobene Regisseur zu nazi-verherrlichenden Aussagen verleiten lassen. Dies warf ein schlechtes Bild auf ihn und natürlich auch auf den von ihm präsentierten Film.

Der Film Melancholia, Foto: langerie_flickr

Der Film Melancholia, Foto: langerie_flickr

Dabei ist „Melancholia“ ein absolutes Meisterwerk, dem seine Premiere absolut nicht gerecht wurde. Hier erlebt Hauptdarstellerin Kirsten Dunst wohl die Rolle ihres Lebens.

Dabei ist die Handlung an sich recht banal und einfach: es existieren zwei Welten. Da wäre zum einen die Erde, wie wir sie kennen, zum anderen jedoch die „Supererde“ Melancholia. Die beiden Planeten kollidieren – Melancholia verschluckt dabei unsere Welt.

Was äußerst paradox erscheint: die Handlung und deren Ende wird gleich zu Beginn komplett verraten. Der Film startet mit einer Art Zusammenfassung seines Verlaufes. Unterlegt ist das Ganze von Wagner-Klängen, welche äußerst mystisch und kitschig zugleich wirken.

Nachdem der Zuschauer weiß, worum es geht und worauf er sich einzulassen hat, beginnt die Handlung – diesmal in voller Länge. Von Trier nutzt Handkamerabilder, um mehr Authentizität zu erzeugen und den Zuschauer tiefer eintauchen zu lassen. So begibt man sich auf eine Stufe mit den handelnden Charakteren und fühlt sich mehr als Beteiligter, denn als Beobachter. Surreal ist der Film – das steht in jedem Fall fest, doch extrem menschlich bleiben dabei die Figuren.

Kirsten Dunst mimt Justine, eine an Depressionen leidende junge Frau, die nicht einmal mehr die Kraft findet, ihrem trostlosen Dasein ein Ende zu bereiten. Es scheint, dass sie erst angesichts ihres nahestehenden Todes durch die Kollision der Erden zu sich findet, in den Einklang mit sich selbst kommt. Die Figur der Justine ist so nachvollziehbar und verwirrend zugleich, dass man als Zuschauer einfach fasziniert von ihr sein muss. Hinzu kommt, dass von Trier zwar kitschige, aber durchaus angemessene Kulissen wählt, um Kirsten Dunsts großartige Schauspielkunst einzurahmen.

Ein wahres Meisterwerk mit großartigen Darstellern – wenn auch der Regisseur Grund zum Rätseln aufgibt.

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