Papst Johannes Paul II © Blanca - Fotolia.com
In dem Film “Habemus Papam” wird der direkte Vertreter Gottes einmal ganz anders dargestellt.
Die private Person,welche sonst im Hintergrund verschwindet und nur als die “Institution Papst” dargestellt wird, bekommt im Film vom italienischen Filmproduzenten Nanni Moretti zum ersten Mal ein echte Persönlichkeit. Unter all den Erwartungen und hinter den Projektionen verbirgt sich im Film ein Mensch, der unter Selbstzweifeln leidet,die enorme Verantwortung dieses Amtes und die Isolation nicht erträgt.
Er schafft es nicht seine Rolle als Kirchenoberhaupt anzunehmen. Die Kurie ist ratlos und engagiert einen berühmten Psychoanalytiker, der dem Papst seine Selbstzweifel nehmen soll. Kurzerhand flieht der Papst aus dem Vatikan.
In seinem Film arbeitet Moretti wieder mit viel Witz und verspottet schon fast die Autorität der Kirche. Allerdings kann man ihm dies nicht übel nehmen, denn seine Filme haben immer einen wahnsinnigen Charme und wenn er sich auch über die lustig macht, mag er die Menschen, besonders im Moment ihres Scheiterns. So wird gleichzeitig die Verzweiflung der Menschen angesichts der Zumutungen ihres Lebens ausgedrückt, als auch eine lebensbejahende Leichtigkeit.
Es geht im Film “Habemus Papam” nicht um Enthüllungsgeschichten oder Skandale im Vatikan. Vielmehr geht es dem Regisseur darum das Verhalten eines Menschen zu spiegeln. Denn auch wenn dem Papst eine besondere Rolle in der Kirche zugewiesen wird, so ist auch er nur ein Mensch, der wie wir alle manchmal mit den eigenen Unzulänglichkeiten zu kämpfen hat.
13/12/2011
Patrik
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