Der Fall Rupert Murdoch

Rupert Murdoch / World Economic Forum

Rupert Murdoch, einst als Medienzar Großbritanniens gefeiert und in keinerlei Hinsicht als antastbar geltend, erlebte am vergangenen Dienstag den, wie er sagte „größten Tag der Demut in seinem Leben“. Der 80-jährige Medienmogul entschuldigte sich gemeinsam mit seinem Sohn James vor dem britischen Parlament für die Vergehen im Abhör- und Korruptionsskandal. Dabei wiesen die beiden persönliche Verantwortung jedoch von sich. Demnach seien die skandalösen, fraglichen Entscheidungen nicht vom Top-Management getroffen worden. Murdoch gab jedoch zu, eventuell die Übersicht verloren zu haben. Er selbst stehe seit nunmehr 57 Jahren an der Spitze des Medienkonzernes News Corp. Die tragreiche Zeitung „News of the World“ sei inziwschen eingestellt worden. Murdoch betont, dass das Blatt im Rahmen seines milliardenschweren Konzernes nur eine kleine Rolle spielte und dass ihr demnach nicht die rechte Beachtung geschenkt wurde.

Die Schuld weist Murdoch von sich. Verantwortlich seien Leute, denen er vertraut habe und Leute, die diesen vertraut hätten. Murdoch galt vorher als Ikone der britischen Medien, welche zu großen Teilen Anteile von ihm sind. Es ist das erste Mal, dass sich der Mann nun vor den Parlamentariern verantworten musste. Er selbst bezeichnet es als „schlimmste Erfahrung seiner Karriere“. Selbstverständlich sei es seine Pflicht, weiterhin an der Klärung des Abhörskandals mitzuarbeiten und der Justiz sämtliche Beweise und Informationen vorzulegen. Murdoch ist wichtig, dass der Bevölkerung und den Behörden eine große Transparenz in der Bearbeitung der Fälle zugestanden wird. Dies sei für ihn bedeutend, um sein Image als vertrauenswürdiger Geschäftsmann wieder her zu stellen. Auch Murdochs langjährige Vertraute Rebekah Brooks trat vor den Ausschuss. Auch sie beteuerte, von den Vorfällen nichts gewusst zu haben. Brooks war bis zur Einstellung der Zeitung die Vorstandschefin der „News International“ gewesen. Sie betonte, dass sie auf den Ehrenkodex der Presse baue und darauf spekuliere, dass diese zu ihren alten Werten zurückkehre. Illegale Praktiken hätte sie selbst zu keiner Zeit in Auftrag gegeben.

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