Casper bringt Hip Hop in die Charts

Wie lange ist man dem Rap aus dem Weg gegangen, weil man das Gerede von aufreizenden Frauen mit großen Busen und Männern mit großen Geschlechtsteilen nicht mehr hören konnte. Nun kann man endlich auch dem Sprechgesang frönen und genießend zuhören: Denn Casper, der seit einem Jahr in Berlin lebt, kommt ganz ohne sexistischen Kram zurecht und besinnt sich auf die Dinge, die seine Generation interessieren und es scheint zu funktionieren. Mit seinem Album „XOXO“ landete der gleich eine Punktlandung in den Charts.

Er scheint nicht nur den Nerv der Zeit zu treffen, sondern findet auch die richtigen Worte für eine gesamte Generation, denn durch Songs wie „Wir scheitern immer schöner/ sind Versager mit Stil“ bekommt man gleich einen guten Eindruck, worum es den 28-jährigen in seinen Liedern geht.

Hinter dem witzig-gemeinten Pseudonym und Künstlernamen „Casper“ versteckt sich in Wirklichkeit Benjamin Griffey, der in der Provinz in Ostwestfalen groß geworden ist. Nur sein Nachname lässt seinen Ursprung deutlich machen: Sein Vater diente der US-Army, weswegen Griffey auch für zehn Jahre im Land der unendlichen Freiheit lebte. Die Zeit, in der sein Vater selten zuhause war. Im traurigen „Grizzly Lied“ macht er seine Gefühle zu seinem Vater deutlich und rechnet mit ihm ab.

Casper hat, wie zuvor schon Clueso, den Stil gebrochen. Öfter hört man Gitarren-Sounds in Kombination mit hämmernden Rap-Beats. Der Sänger der erfolgreichen Indie-Band „Tomte“, Thees Uhlmann, hat Casper bei seinem Titelsong „Treibsand“ geholfen und den Song mit ihm zusammen eingespielt. Das zeigt, wie nah sich beide Genres gekommen sind. Aber auch Casper kann auch auf konventionelle Art und Weise rappen, wie er zum Beispiel in „So Perfekt“ beweist. Die Musik-Zeitschrift „Rolling Stone“ beschreibt Caspers Album „XOXO“ als „die Rap-Platte, auf die sich alle einigen können“. Rap für jedermann sozusagen.

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