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ramshacklerecords.de
die autos:
Vor über zwei Jahren erschien mit Safari das erste Album der autos: Eine folkig wie rockige Liedersammlung mit dem gewissen Gespür für den großen Pop. Solch eine "Wahnsinnsplatte" (Rolling Stone) verlangt natürlich nach einem würdigen Nachfolger. Simon Schöfisch, Niki Pertl, Andreas Neubert und Andreas Schmid nahmen sich die Zeit, die unbedingt nötig ist, um das zu formen, was schließlich zu hartes langzeitglück wurde. Ein Brocken von Album, das die bunten Melodien vom Vorgängeralbum zwar weiterführt, jedoch Schatten und tote Winkel zulässt, die eine gedämpftere Stimmung erschaffen. Weiterhindominieren die Gitarren, ja vielleicht sogar mehr denn je. Und wiederum kreisen die Texte im Harmoniegesang um die großen und kleinen Themen junger Menschen.
Jedoch geschieht das alles diesmal vor leicht unscharfer und nur wenig ausgeleuchteter Kulisse. hartes langzeitglück erscheint im Dezember bei Ramshackle Records.
Die Release Party findet am 19.12. in der Seemühle in Geislingen statt.
_presse:
Kritik im Rolling Stone
"Kaum zu glauben: Wenn sich junge Männer aus der süddeutschen Pampa ganz unschuldig zum hohen Ton aufschwingen, sich in wangenglühendem Harmoniegesang treffen und singen: "Es ist sicher witzig zu sehen, wie du dir deine Haare kämmst" - dann braucht man sich als Hörer keiner Träne zu schämen. Barfuß tänzelt diese Band auf der Böschung zwischen Jugendhaus- Powerpop und Country-Rock, Stadt und Land, Jugend-Melancholie und Erwachsenen-Schmerz. Unreif, wild, noch aus hundert anderen Gründen eine Wahnsinnsplatte", schreibt Joachim Hentschel in der Augustausgabe des ROLLING STONE über unser Album SAFARI und ehrt uns mit: ****.
Kritik vom Bizarre Radio
Gar kein schlechter, der Jahrgang 2007 für den deutschen Pop (in beliebiger Reihenfolge): Anajo, Flowerpornoes, Locas In Love, Dunkelrot, Die Zimmermänner, Tocotronic, Monta und nun, tah-tah, Die Autos.
Derzeit nur im Eigenvertrieb über die Heimseite erhältlich (www.autos-band.de), dennoch bereits 4 Sterne im Rolling Stone: „Safari“, das Debüt-Album der tollen Band aus dem „bisweilen weitgehend unerforschten Hochland zwischen Ulm und Stuttgart“. Im RS heißt es dazu, vollkommen zu Recht: „Unreif, wild, noch aus hundert anderen Gründen eine Wahnsinnsplatte!“.
Hier sei an dieser Stelle der offizielle Vervollständigkeits-wettbewerb gestartet: Wir suchen 100 weitere Gründe, warum „Safari“ eine solch großartige Platte ist.
1. Weil eine richtig gute Platte unbedingt mit einer Mundharmonika anzufangen hat.
2. Weil es von großer Coolness zeugt, im ersten Song eines Debüt-Albums zu behaupten: „Ich habe genug gesehen. Ich geh wieder heim.“
3. .....
Jetzt seid ihr dran!
13 von 15 Punkten
Kritik vom Soundmag
Einsteigen, Türen zu, Schlüssel rumgedreht und ab auf die Straße. Auf der Rückbank liegt Kerouacs „Unterwegs“, aus den Lautsprechern dröhnt „Safari“. Ein wenig Roadmovie-Gefühl darf man den Autos ruhig andichten. Denn solch gar nicht kargen, elektrisch verstärkten Countryfolkpoprock mit Mundharmonika-Einsatz und Satzgesang vermutet man nicht bei einer Band, deren Mitglieder irgendwo zwischen Stuttgart und Ulm leben. Komplett unpeinliche bis gute Texte und die ausreichende Portion Unbekümmertheit machen aus „Safari“ eines der tollsten Debüts aus deutschen Landen anno 2007. Was Die Autos in 40 Minuten auf Platte anstellen, haben die Indieschlagerpop-Jungs von Virginia Jetzt! wahrscheinlich seit Jahren im Hinterkopf. Jetzt waren Die Autos aber schneller – und das bei gemächlicher Fahrt mit 60 über die Landstraßen.
Noch ist die Band zu haben, „Safari“ erscheint im Eigenvertrieb und ist bis jetzt nur über die Band-Homepage erhältlich. Aber wahrscheinlich stehen die ersten Labels schon Schlange und starten wilde Verfolgungsjagden.
8 von 10 Sternen
Kritik der Südwest Presse
Mit Holperpop auf Safari in der Provinz
Ulmer Konzertgänger sollten die Existenz des Duos "Die Autos" längst mitbekommen haben, denn sie spielten ihre einst als "Holperpop" bezeichnete Musik in den vergangenen vier Jahren in beinahe jedem Club in Ulm und der Region. Dass dabei gute Konzerte und weniger gute herauskamen, spiegelt das bisherige Bandleben wieder.
Auf der einen Seite spielten sie manchmal fast jedes Wochenende, und das von von Prag bis Hamburg oder Berlin und zwar in so prominenten Clubs wie dem Atomic in München oder dem Wiener B72. Zudem durften sie mehrmals Jens Friebe und Angelika Express supporten. Und es gab lange Zeit die feste Absicht eines der wichtigsten deutschen Indielabels, "Die Autos" ganz groß herauszubringen. Auf der anderen Seite verschwanden sie wieder für Monate, Bandbesetzungen zerbrachen, der Plattendeal kam doch nie zustande.
Nun wird für "Die Autos" ein neues Kapitel aufgeschlagen, denn endlich haben sie ihr Debut-Album. Und mit "Safari" auch eines, das es über Ulm und Stuttgart hinaus schaffen könnte.
Die Stärken der Kern-Autos Niki Pertl (23) und Simon Schöfisch (21), die auf die selbe Schule in Geislingen gingen und dieses Album zu zweit eingespielt haben, liegen im Songwriting und in den Stimmen, die sich nach jahrelanger Übung wunderschön ergänzen. Zusammen mit der immerwährenden Melodiegitarre und der Mischung aus Country und Beat mit Popbögen entsteht mit "Safari" ein Album aus 12 Songs, die einfach schön sind und dem Hörer einen hohen Wohlfühlwert schenken.
Zum Aufnehmen gingen die beiden Jungs in das Faust-Studio in Scheer bei Sigmaringen und fanden in Andreas Schmid einen Produzenten, der sich so schnell in die Songs hineinlebte, dass er sich danach selbst hinter das "Auto"-Schlagzeug setzte und inzwischen fester Bestandteil der Band ist.
Auf "Safari" schaffen sie es, die Energie der treibenden Liebeslieder (1000 Seiten/Alligator), die sich zwischen Wahnsinn und Verzweiflung, Hoffnung und Glück befinden, voll auszuschöpfen. Dazu gibt es auch von Schönheit und Sehnsucht strotzende balladeske Liebeslieder (vom Winde zu dir wehen), gesellschaftsverneinenden Pop (Genug Gesehen) und dazu immer wieder Lieder über das heroische Leben auf Rock'n'Roll-Wolken (Leben und sterben und gut aussehen/Seebestattung).
Textlich beschreibt dass Album immer wieder Alltagssituationen, zu deren Bewältigung solche Lieder gut tun. Die einfach strukturierten Songs gefallen auch deshalb, weil sie von einer großen Naivität begleitet sind: Es ist klar, dass diese Platte niemand wirklich braucht. Sie ist nicht zwingend, ruft keine Revolution aus und wird wahrscheinlich auch niemanden grundlegend verändern. All das hat "Safari" aber auch gar nicht vor. Und diese fehlende Zielvorgabe, und die daraus entstehende Lockerheit tut gut. Es ist ein Angebot einer Band aus der süddeutschen Provinz und ihrem eigenen Plattenlabel Ramshackle Records, das sich anzunehmen deshalb lohnt, weil es sich mit diesen 12 Songs einfach schöner lebt.
Jacob Schneikart, Südwest Presse, 25.Mai 2007
Kritik im Notes
Die Wanderwege der Schwäbischen Alb haben einen gewissen Bekanntheitsgrad. Weniger populär ist, dass in dieser Region auch hervorragende deutschsprachige Pop-Musik gedeiht. Nach Nufa legen nun Die Autos ein überaus starkes Debütalbum vor. Von wegen schwäbische Wanderwege, auf Safari gehen Simon Schöfisch und Niki Pertl (verantwortlich für Text, Musik, Gesang und alle Instrumente) mit ihrem ersten Werk, das von Andreas Schmid mit feinfühligem Händchen aufgenommen und gemischt wurde. Mit Genug gesehen erschaffen Die Autos gleich zu Beginn einen Indie-Pop-Song, der im Ohr hängen bleibt. Ihre originellen Texte erzählen Geschichten der Liebe, des Tages und der Nacht. Dazu schrammeln allerfeinst die Akustik- und Stromgitarren und mahnen an Postcard-Bands der 80er oder gar an die wunderbaren Go-Betweens. Die Stimmen von Schöfisch und Pertl harmonieren in beeindruckender Weise und verbinden sich organisch mit den Melodien, in denen Optimismus und Melancholie Hand in Hand gehen. Eine vortrefflich gelungene Safari mit Folk, Rock, Country und Indie-Pop. Vorzüglich auch das Cover-Artwork von Stefanie Molöth.
Günter Ramsauer, Indigo Notes 135 (September 2007)
Kritik in der Geislinger Zeitung: Voller Alltagsphilosophie
Niki Pertl und Simon Schöfisch haben mit "Safari" ihr CD-Debüt gegeben. Na endlich! Vier Jahre lang beehrten "Die Autos" Konzertbühnen in nah und fern, da wurde es mit einem Album aber mal allerhöchste Eisenbahn. Haben sich wohl auch Simon Schöfisch aus Hofstett-Emerbuch und der Degginger Niki Pertl gedacht und endgültig ihr CD-Debüt in Angriff genommen.
Die lange Vorlaufzeit hat offenkundig zu einer selten gewordenen Verdichtung brillanter Einfälle geführt. "Safari" versammelt zwölf Sahnestücke des Deutschpop, die dem Genre allesamt zur Ehre ge1reichen. Gnadenlos gut: "Runter zum Fluss", ein Cocktail aus Rio-Reiser-Lyrik und Folkballade. Der hastige "Alligator" rockt um die Wette mit "Leben und sterben und gut aussehen".
"Die Autos" surfen auf jener Retro-Welle, die seit ein paar Jahren durch die Plattenregale schwappt. Die Gitarre genießt Narrenfreiheit, und wenn sie mal Lust hat, mischt sich die Mundharmonika ein. Ungewöhnliche Titel ("Seebestattung") versprechen ungewöhnliche Perspektiven - und halten Wort. "Konstanz" etwa beginnt so: "Heute ist der Bus voller Rentner..."
Was live nach Softpunk oder Softbeat klingt, ist im Studio fast nur noch soft. Und manchmal an der Grenze zur Schnulzigkeit, aber eben nur an der Grenze. Die Texte schlurfen von einer Beziehungskiste zur nächsten. "Safari" ist ein Album voller Alltagsphilosophie und spätpubertärem Lebensgefühl, unverschämt lässig und unwahrscheinlich harmlos. Man hört es mit geschlossenen Augen und fühlt sich königlich.
Philip Pallmann