Bosse

Popmusik © U.P.images - Fotolia.com

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Ab Februar 2012 ist es endlich wieder so weit: Bosse wird mit seiner Warte-Saal-Platte noch einmal auf Tour gehen. Bosse, das ist Musik die poetisch klingt. Melancholische Texte und Melodien die irgendwie auch Pop ist, haben inzwischen ein große Fangemeinde erspielt.

Ein Blick zurück verrät, dass Bosse eigentlich schon als alter Hase im Musikbusiness gelten kann. In seiner Jugendzeit war er Mitglied der Band Hyperchild, die sogar einen guten Hit landete und damit einen Deal bei einem Major-Label ergattern konnte. Inhalt der Abmachung war einen Coversong mit den Jungs aus Braunschweig aufzunehmen und diesen als Single zu veröffentlichen. Anfängliche Bedenken wurden runtergeschluckt, kamen dann aber doch recht schnell wieder hoch. Irgendwas fehlte wohl innerhalb der Band, denn 2 Jahre später lösten sie sich schon wieder auf.

Für Axel Bosse war das zwar kein Weltuntergang, aber schon irgendwie ein Rückschlag, hatte er sich nun doch entschieden, dass die Musik in seinem Leben eine wichtige Rolle spielen sollte. Um über die Zukunft zu sinnieren und mal was anderes zu sehen, verbringt er einige Zeit in Spanien und geht zwischenzeitlich als Merchandiser mit Kollegen auf Tour. Der Gedanke daran sein eigenes DIng zu machen ist gereift. Bosse komponiert, er schreibt, er singt und will nun als Solokünstler in der Musikwelt Gehör finden. 2003 ist es dann so weit. Unterstütztung findet er bei ehemaligen Uncle Ho und Hey Day -Mitgliedern, die seine Live-Band werden. Sein erstes Album erscheint mit dem Titel Kamikazeherz im Jahre 2005. Schon ein Jahr später folgt mit Guten Morgen Spinner das zweite. Zwischendurch gönnt er sich dann doch noch mal eine Pause und will 2009 mit seinem dritten Album Taxi voill durchstarten. Zwischenzeitlich hat sich sein Label EMI von ihm getrennt, sodass er mit Manager und Freunden zukünftig auch diesen Part selbst übernimmt.

Mit dem Song 3 Millionen kommt dann endlich der lang ersehnte Durchbruch. Bosse schafft es, dass auch die Radiosender ihm Gehör verleihen und seine Fangemeinde wächst. Das vierte Album Wartessal wird dann schon sehnsüchtig erwartet und kann alle Erwartungen mehr als erfüllen.

Bosse, das ist eindeutig gute Musik. Das ist Gefühl, Intimität und klingt authentisch. Wir freuen uns auf Album Nummer fünf.

Habemus Papam – Ein Papst mal anders

Papst Johannes Paul II © Blanca - Fotolia.com

Papst Johannes Paul II © Blanca - Fotolia.com

In dem Film “Habemus Papam” wird der direkte Vertreter Gottes einmal ganz anders dargestellt.

Die private Person,welche sonst im Hintergrund verschwindet und nur als die “Institution Papst” dargestellt wird, bekommt im Film vom italienischen Filmproduzenten Nanni Moretti zum ersten Mal ein echte Persönlichkeit. Unter all den Erwartungen und hinter den Projektionen verbirgt sich im Film ein Mensch, der unter Selbstzweifeln leidet,die enorme Verantwortung dieses Amtes und die Isolation nicht erträgt.

Er schafft es nicht seine Rolle als Kirchenoberhaupt anzunehmen. Die Kurie ist ratlos und engagiert einen berühmten Psychoanalytiker, der dem Papst seine Selbstzweifel nehmen soll. Kurzerhand flieht der Papst aus dem Vatikan.

In seinem Film arbeitet Moretti wieder mit viel Witz und verspottet schon fast die Autorität der Kirche. Allerdings kann man ihm dies nicht übel nehmen, denn seine Filme haben immer einen wahnsinnigen Charme und wenn er sich auch über die lustig macht, mag er die Menschen, besonders im Moment ihres Scheiterns. So wird gleichzeitig die Verzweiflung der Menschen angesichts der Zumutungen ihres Lebens ausgedrückt, als auch eine lebensbejahende Leichtigkeit.

Es geht im Film “Habemus Papam” nicht um Enthüllungsgeschichten oder Skandale im Vatikan. Vielmehr geht es dem Regisseur darum das Verhalten eines Menschen zu spiegeln. Denn auch wenn dem Papst eine besondere Rolle in der Kirche zugewiesen wird, so ist auch er nur ein Mensch, der wie wir alle manchmal mit den eigenen Unzulänglichkeiten zu kämpfen hat.

Neues soziales Netzwerk: socl

 

© vege - Fotolia.com

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Anscheinend ist es immer noch nicht zu spät, um auf den Zug der Sozialen Netzwerke zu springen: nach Google, die mit ihrere Plattform Google+ in Konkurrenz zu Facebook und Co gegangen ist, hat jetzt wohl auch Microsoft das Social Networking für sich entdeckt und will sich nach aktueller Informationslage mit ihrem Netzwerk “Socl” ebenfalls ein Stück von dem Kuchen abschneiden. Nachdem vor kurzem erste Screenshots von “Socl” aufgetaucht sind, wird die schon länger brodelnde Gerüchteküche weiter angeheizt. Ob Microsoft die Netzwerker auch inhaltlich einheizen wird, ist indes fraglich.

Optisch unterscheidet sich Socl nur unwesentlich von Facebook und Google+. Farblich wie im Aufbau scheinen sich dier Macher viel von ihren Konkurrenten abgeschaut zu haben. Genau wie beim erfolgreichsten Netzwerk der Welt setzen die Programmierer auf ein Drei-Spalten-Layout. Auf der linken Seite befindet sich Verwaltung der eigenen Interessen, jegliche Aktivitäten werden wie gewohnt in der Mitte dargestellt und die rechte Seite widmet sich der Chat-Funktion. hier könnte sich jedoch eine Weiterentwicklung anbahnen, da eine Video-Chat-unktion geplant ist, die u.a. auch das gemeinsame Anschauen von YouTube-Clips ermöglichen soll. Zudem wird es eine Art Suchmaschine geben, die von Bing unterstütz wird. So werden nicht nur Statusmeldungen von Freunden sondern gleichzeitig das Internet entsprechend durchforstet.

Noch fehlt es aber beim Microsoft-Netzwerk an einigen Ecken und Enden, um wirklich konkurrenzfähig zu sein. Weder lassen sich Gruppen erstellen noch können Nachrichten verschickt werden. Auch weitere zunehmend wichtige Funktionen wie Apps für mobile Geräte sind noch nicht am Start. Dass das alles nur noch eine Frage der Zeit sein wird, ist sehr wahrscheinlich. Bei einem aber setzt Microsoft schon jetzt einen neuen Standard: mit “Socl” setzen die Erfinder auf das neue HTML 5. Zudem will sich “Socl” auch für externe Dienste-Anbieter öffnen. Inwieweit auch neue Maßstäbe im Bereich der Sicherheit der Privatssphäre gesetzt werden, kann an dieser Stelle noch nicht beantwortet werden.

Neu im Kino: Melancholia

Einmal mehr war Lars von Trier in diesem Jahr in den Schlagzeilen. Allerdings waren diese eher negativer Art: bei den Filmfestspielen in Cannes hatte sich der skandalumwobene Regisseur zu nazi-verherrlichenden Aussagen verleiten lassen. Dies warf ein schlechtes Bild auf ihn und natürlich auch auf den von ihm präsentierten Film.

Der Film Melancholia, Foto: langerie_flickr

Der Film Melancholia, Foto: langerie_flickr

Dabei ist „Melancholia“ ein absolutes Meisterwerk, dem seine Premiere absolut nicht gerecht wurde. Hier erlebt Hauptdarstellerin Kirsten Dunst wohl die Rolle ihres Lebens.

Dabei ist die Handlung an sich recht banal und einfach: es existieren zwei Welten. Da wäre zum einen die Erde, wie wir sie kennen, zum anderen jedoch die „Supererde“ Melancholia. Die beiden Planeten kollidieren – Melancholia verschluckt dabei unsere Welt.

Was äußerst paradox erscheint: die Handlung und deren Ende wird gleich zu Beginn komplett verraten. Der Film startet mit einer Art Zusammenfassung seines Verlaufes. Unterlegt ist das Ganze von Wagner-Klängen, welche äußerst mystisch und kitschig zugleich wirken.

Nachdem der Zuschauer weiß, worum es geht und worauf er sich einzulassen hat, beginnt die Handlung – diesmal in voller Länge. Von Trier nutzt Handkamerabilder, um mehr Authentizität zu erzeugen und den Zuschauer tiefer eintauchen zu lassen. So begibt man sich auf eine Stufe mit den handelnden Charakteren und fühlt sich mehr als Beteiligter, denn als Beobachter. Surreal ist der Film – das steht in jedem Fall fest, doch extrem menschlich bleiben dabei die Figuren.

Kirsten Dunst mimt Justine, eine an Depressionen leidende junge Frau, die nicht einmal mehr die Kraft findet, ihrem trostlosen Dasein ein Ende zu bereiten. Es scheint, dass sie erst angesichts ihres nahestehenden Todes durch die Kollision der Erden zu sich findet, in den Einklang mit sich selbst kommt. Die Figur der Justine ist so nachvollziehbar und verwirrend zugleich, dass man als Zuschauer einfach fasziniert von ihr sein muss. Hinzu kommt, dass von Trier zwar kitschige, aber durchaus angemessene Kulissen wählt, um Kirsten Dunsts großartige Schauspielkunst einzurahmen.

Ein wahres Meisterwerk mit großartigen Darstellern – wenn auch der Regisseur Grund zum Rätseln aufgibt.

Die Band Dear Reader

Dass Indie-Größen wie „The Libertines“ oder „Artic Monkeys“, meist aus England, Kanada oder den USA kommen, ist klar. Doch manchmal schickt man automatisch auch andere Bands in die stereotypische Ecke eines Landes, obwohl sie gar nicht von dort kommen. Das denkt man wohl auch, wenn man sich die Band „Dear Reader“ anhört.

Die Band aber kommt aus Südafrika. Das Land mit der höchsten Kriminalitätsrate auf dem Kontinent Afrika ist geprägt von Spannungsverhältnissen zwischen den drei ethnischen Gruppen des Landes: Afrikaans, der dunkelhäutigen Bevölkerung und eben der britischen Minderheit. Zu dieser Minderheit gehören auch Cherilyn McNeil, der Sänger und Pianist der Band, und Darryl Torr, der für den Bass und das Keyboard zuständig ist. Sie beide haben die Band als Duo gegründet.

Dear Reader, Foto: really nothing_flickr

Die hohe kulturelle Vielfalt in Südafrika sehen die Bandmitglieder eher als Motor und Grund ihrer Zusammenschließung als Band: „An Johanessburg lassen sich all die massiven Veränderungen in Südafrika ablesen. Wir haben elf offizielle Amtssprachen und all diese Kulturen vermischen sich. (…) In dieser Hinsicht ist es natürlich ein toller Ort“, sagt Cherilyn.

Ursprünglich hieß das Duo „Harris Tweed“, was 2006 unter dem eben damaligen Namen das Debüt-Album „The Younger“ veröffentlich hat. Außerdem gingen sie auf Tour mit José González und spielten auch beim sehr renommierten und bekannten South by Southwest-Festival in Austin, Texas. Schade für die Band, dass sie 2008 den Namen weggeben muss, weil es sich bei dem damaligen Namen Harris Tweed um ein Kleiderlabel handelte, was geschützt worden war.

Ein neues Album, „Idealistic Animals“, hat die Band jedenfalls auch schon herausgebracht. Und in Berlin, die Wahlheimat der Band, fühlen sie sich dem Vernehmen nach sehr wohl. In dem Album sind Gitarrenakkorde und Elektromix die vorherrschenden Instrumente der musikalischen Untermalung. Gut ins Ohr geht das auf jeden Fall.

 

Wohnen in Marzahn

Früher war es ein echter Luxus in Berlin Marzahn in der Allee der Kosmonauten zu wohnen und auch heute hat man das Gefühl, dass die Menschen nicht so recht wegziehen wollen.

Ich habe mich ein mal umgeschaut in Berlin Marzahn in der Allee der Kosmonauten und mich gefragt, warum immer noch nahezu jede Wohnung in den Großen Gebäudekomplexen belegt ist. Dabei bin ich auf eine Familie gestoßen, die die Chance hatten einen neuen Job in Leipzig zu bekommen sie dann auch in Leipzig wohnen wollte, doch sie wollten nicht weg aus ihrem Marzahner Plattenbau. Warum sollten sie denn auch, wo es doch zu hause so schön ist.

1978 wurde die „Wohnungsbauserie 70“, kurz „WBS 70/1122“ errichtet. Die Wohnungen waren auf Grund des Wohnungsmangels sehr begehrt und man bekam nur eine Wohnung, wenn man in der Wohnungsbaugenossenschaft tätig war und einem eine Wohnung von der Arbeit aus vorgeschlagen wurde. Die Wohnung der Beispielsfamilie bestand aus drei Zimmern mit 61 Quadratmetern, einem sechs Meter breitem Balkon, einer Küche mit Fenster, einem Bad mit Badewanne, einer Zentralheizung,Warmwasser, einem Müllschlucker auf dem Flur und sogar einem Fahrstuhl. Es war ein absoluter Luxus in einer dieser Wohnungen einziehen zu dürfen. Auch heute sieht man viele ältere Menschen dort, die nie ausgezogen sind. Die Wohnungen sind günstig und heute freut man sich über die dünn eingezogenen Wände, die man einreißen darf und so aus vier Zimmern drei oder aus drei Zimmern zwei machen darf.

Um die Häuser wurde nach und nach auch alles weitere gebaut. Es gibt Kindergärten, Schulen, Einkaufszentren und ein Rathaus ist auch gleich um die Ecke. Wer sich ein mal häuslich eingerichtet hat und sich wohl fühlt, sieht keinen Grund um aus zu ziehen.

Green Lantern

Green Lantern, Foto: guto xavier_flickr

Es sollte der nächste große Knüller der Comicverfilmungen werden und neben Superman und Batman einen weiteren Helden im Kino etablieren, doch bei „Green Lantern“ (dt. „Grüne Laterne“) ging dieser Schuss leider eher nach hinten los. In Deutschland erreichte der Comic schon nie wirklich den Beliebtheitsgrad anderer Superhelden, die Leser wurden nicht wirklich warm mit dem Testpiloten Hal Jordan, der von einer außerirdischen Eliteeinheit grüner Männchen auserkoren wurde, als die Welt zu retten.

Und auch durch den Film wird das wohl nicht wirklich besser werden, denn auch der wirkt nur wie ein zusammengesetzter Kasten aus verschiedenen Superhelden-Film-Teilen: ein junger Mann mit Identitätsproblem und Ängsten, der dem Vatervorbild nicht gerecht werden kann wird überraschend zum Superheld und entscheidet sich nach dem üblich zögerlichem Hin & Her dafür doch Verantwortung zu übernehmen und seiner Rolle gerecht zu werden. Dann kommt noch ein Freund aus Kindertagen hinzu, der auch fliegt, einen ähnlichen Komplex hat, sich aber eher der dunklen Seite zuwendet. Und natürlich gibt es noch das Mädchen, in das in diesem Fall beide verliebt sind und konkurrieren, die Testpilotin Carol. Selbst die Symbole der Geschichte sind austauschbar und wirken kopiert. Ein Ring als Träger der Macht wie bei den Nibelungen oder den Hobbits, der einem dann ein grünes, schillerndes Kostüm verleiht. Auch Philosophische Anspielungen von Nietzsche bis zu Bibelsymbolik werden halbherzig eingestreut

Es dauert sehr lange bis man sich in die Story mit den dazugehörigen Farben und entsprechenden Bedeutungen reingefunden hat, auch deshalb verläuft die erste Hälfte des Films eher schleppend. Aber auch später wird es nur wenig besser. Der film schafft es nicht den eigenen Anspruch und den wirklich interessanten Aspekt des Comics, nämlich dass Hal Jordan als “Green Lantern“ durch puren Willen und Vorstellungskraft alles materialisieren kann, auf der Leinwand umzusetzen. Trotz 300 Millionen Dollar Produktion wirken die nachträglich von 2D auf matschiges 3D aufgeblasenen Effekte nur komisch und protzig, nicht originell oder gar beeindruckend. Ingesamt leider eine Enttäuschung für alle Comicfans und die Prosuktionskosten einfach nicht wert.

 

Rechtes Gedankengut in sozialen Netzwerken

Es ist nicht nur die These einer aktuellen Studie sondern bereits gefährliche Realität: Die rechte Szene setzt heutzutage immer mehr auf die Verbreitung ihres Gedankenguts mit Hilfe von Web 2.0. Allein bei Facebook hat die Seite der NPD die sich „NPD – Die soziale Heimatpartei“ nennt über 7500 Fans.

Durch die neuen und vor allem schnellen Verbreitungsmöglichkeiten mit Hilfe von sozialen Netzwerken, Videoplattformen und Blogs, kann natürlich auch die rechtsextreme Szene von diesem Angebot profitieren und so um Jugendliche werben.

Dabei kann man zwar weniger eigenständige rechtextreme Websites im Internet entdecken, wie die Macher der Untersuchung “Rechtsextremismus online” bestätigen aber die radikalen Neonazi-Gruppen hätten ihre Web-Präsenz um 20 Prozent ausgebaut. Weitere Zahlen belegen, dass es rund 30 Prozent mehr der sogenannten Mobilisierungssites gegeben, mit Informationen zu Kundgebungen etc. und außerdem mit 6000 Profilen, Videos und Userkommentaren drei Mal so viele Beiträge wie im Vorjahr.

Die NPD hält sich allerdings trotzdem zurück. Eher bieder wirbt sie auf Ihrer Facebook-Seite, Hakenkreuze oder offener Ausländerhetze findet man nicht, aber trotzdem ist natürlich die rechte Tendenz klar erkennbar.

Anders geht es da zum Beispiel auf Youtube.com zu wo die Braunen unverblümt hetzen und ihre ausländerfeindliche Gesinnung preisgeben. Unter einem Video mit dem Titel “8 jähriger Zigeuner lebt auf der Straße“, welches einen angeblichen Roma-Jungen zeigt stehen Kommentare wie “Der gehört sofort umgebracht!!!!! Dieser kleine Bastard!!!” oder “genetischer abfall”. Dafür kritisieren die Experten von jugendschutz.net die Verantwortlichen scharf: “Der Dienst löschte bisher nur gemeldete Filme, volksverhetzende Kommentare blieben unangetastet.” Bleibt zu hoffen, dass dafür bald bessere Kontroll-Instanzen in Leben gerufen werden.

 

Casper bringt Hip Hop in die Charts

Wie lange ist man dem Rap aus dem Weg gegangen, weil man das Gerede von aufreizenden Frauen mit großen Busen und Männern mit großen Geschlechtsteilen nicht mehr hören konnte. Nun kann man endlich auch dem Sprechgesang frönen und genießend zuhören: Denn Casper, der seit einem Jahr in Berlin lebt, kommt ganz ohne sexistischen Kram zurecht und besinnt sich auf die Dinge, die seine Generation interessieren und es scheint zu funktionieren. Mit seinem Album „XOXO“ landete der gleich eine Punktlandung in den Charts.

Er scheint nicht nur den Nerv der Zeit zu treffen, sondern findet auch die richtigen Worte für eine gesamte Generation, denn durch Songs wie „Wir scheitern immer schöner/ sind Versager mit Stil“ bekommt man gleich einen guten Eindruck, worum es den 28-jährigen in seinen Liedern geht.

Hinter dem witzig-gemeinten Pseudonym und Künstlernamen „Casper“ versteckt sich in Wirklichkeit Benjamin Griffey, der in der Provinz in Ostwestfalen groß geworden ist. Nur sein Nachname lässt seinen Ursprung deutlich machen: Sein Vater diente der US-Army, weswegen Griffey auch für zehn Jahre im Land der unendlichen Freiheit lebte. Die Zeit, in der sein Vater selten zuhause war. Im traurigen „Grizzly Lied“ macht er seine Gefühle zu seinem Vater deutlich und rechnet mit ihm ab.

Casper hat, wie zuvor schon Clueso, den Stil gebrochen. Öfter hört man Gitarren-Sounds in Kombination mit hämmernden Rap-Beats. Der Sänger der erfolgreichen Indie-Band „Tomte“, Thees Uhlmann, hat Casper bei seinem Titelsong „Treibsand“ geholfen und den Song mit ihm zusammen eingespielt. Das zeigt, wie nah sich beide Genres gekommen sind. Aber auch Casper kann auch auf konventionelle Art und Weise rappen, wie er zum Beispiel in „So Perfekt“ beweist. Die Musik-Zeitschrift „Rolling Stone“ beschreibt Caspers Album „XOXO“ als „die Rap-Platte, auf die sich alle einigen können“. Rap für jedermann sozusagen.

Der Fall Rupert Murdoch

Rupert Murdoch / World Economic Forum

Rupert Murdoch, einst als Medienzar Großbritanniens gefeiert und in keinerlei Hinsicht als antastbar geltend, erlebte am vergangenen Dienstag den, wie er sagte „größten Tag der Demut in seinem Leben“. Der 80-jährige Medienmogul entschuldigte sich gemeinsam mit seinem Sohn James vor dem britischen Parlament für die Vergehen im Abhör- und Korruptionsskandal. Dabei wiesen die beiden persönliche Verantwortung jedoch von sich. Demnach seien die skandalösen, fraglichen Entscheidungen nicht vom Top-Management getroffen worden. Murdoch gab jedoch zu, eventuell die Übersicht verloren zu haben. Er selbst stehe seit nunmehr 57 Jahren an der Spitze des Medienkonzernes News Corp. Die tragreiche Zeitung „News of the World“ sei inziwschen eingestellt worden. Murdoch betont, dass das Blatt im Rahmen seines milliardenschweren Konzernes nur eine kleine Rolle spielte und dass ihr demnach nicht die rechte Beachtung geschenkt wurde.

Die Schuld weist Murdoch von sich. Verantwortlich seien Leute, denen er vertraut habe und Leute, die diesen vertraut hätten. Murdoch galt vorher als Ikone der britischen Medien, welche zu großen Teilen Anteile von ihm sind. Es ist das erste Mal, dass sich der Mann nun vor den Parlamentariern verantworten musste. Er selbst bezeichnet es als „schlimmste Erfahrung seiner Karriere“. Selbstverständlich sei es seine Pflicht, weiterhin an der Klärung des Abhörskandals mitzuarbeiten und der Justiz sämtliche Beweise und Informationen vorzulegen. Murdoch ist wichtig, dass der Bevölkerung und den Behörden eine große Transparenz in der Bearbeitung der Fälle zugestanden wird. Dies sei für ihn bedeutend, um sein Image als vertrauenswürdiger Geschäftsmann wieder her zu stellen. Auch Murdochs langjährige Vertraute Rebekah Brooks trat vor den Ausschuss. Auch sie beteuerte, von den Vorfällen nichts gewusst zu haben. Brooks war bis zur Einstellung der Zeitung die Vorstandschefin der „News International“ gewesen. Sie betonte, dass sie auf den Ehrenkodex der Presse baue und darauf spekuliere, dass diese zu ihren alten Werten zurückkehre. Illegale Praktiken hätte sie selbst zu keiner Zeit in Auftrag gegeben.